Kleinbus Tremonia City 75 ELECTRIC Nr. 21 der Baselland Transport AG (BLT) an einem seiner ersten Einsatztage auf der Ortsbuslinie 59. Das Fahrzeug weist vorne einen Niederlfur-Einstieg auf. Aufnahme vom 24. Juli 2026 an der Kreuzung Starenstrasse/Lerchenstrasse in Bottmingen.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 391_11)
Die Baselland Transport AG (BLT) modernisierte ab 2026 ihre Kleinbusflotte. Im Rahmen seiner selbst auferlegten Nachhaltigkeitsstrategie setzte das Unternehmen dabei auf den batterie-elektrischen Minibus City 75 ELECTRIC des deutschen Herstellers Tremonia Mobility GmbH.
Bei der Tremonia Mobility GmbH mit Sitz in DE-Dortmund handelte es sich um die ehemalige Mercedes-Benz Minibus GmbH, die per 1. Januar 2022 an einen Finanzinvestor verkauft worden war und sich in der Folge umbenennen musste. Mit dem von der lateinischen Bezeichnung für die Stadt Dortmund abgeleiteten Firmennamen wollte Tremonia die Verbundenheit mit dem Standort dokumentieren.
Ursprünglich lieferte Mercedes-Benz gewissermassen alles aus einer Hand: Personenwagen, Transporter, Lastwagen und Busse. Um die Fertigung von Kleinbussen auf Basis der erfolgreichen Transporter-Baureihe «Sprinter» zu stärken, beteiligte sich der Konzern 1998 am Dortmunder Aufbauhersteller Karl Koch GmbH. Aus dieser Beteiligung ging im Jahr 2000 die Mercedes-Benz Minibus GmbH hervor. In deren Dortmunder Werk wurden die überwiegend aus dem Werk DE-Düsseldorf angelieferten Transporter oder Baugruppen zu Linien- und Reisebussen umgebaut bzw. endmontiert. Bei den kleineren Modellen diente ein Kastenwagen als Basis. Die grösseren Busse nutzten ein Niederrahmenchassis und bekamen einen eigenständigen Aufbau aus GFK-Formteilen auf Traggerippe.
Mit einer Neuorganisation des Konzerns änderte sich dessen Struktur grundlegend. Für Personenwagen und Lieferwagen war fortan die Mercedes-Benz AG verantwortlich, für Lastwagen und Busse die Daimler Truck AG. Die auf dem Sprinter basierenden Kleinbusse liessen sich jedoch nur schwer in diese neue Organisation integrieren: Als Transporter gehörten sie eigentlich zur Mercedes-Benz AG, als Busse hingegen zur Daimler Truck AG. Der Konzern fand schliesslich eine elegante Lösung, indem der Geschäftsbereich Minibusse ganz aus der Mercedes-Gruppe herausgelöst und verkauft wurde.
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Marke/Typ: Tremonia City 75 ELECTRIC
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 21
Im Linienbetrieb: seit 2026
Chassis, Karosserie: Tremonia (Basis Mercedes-Benz)
Anschaffungskosten: k. A.
Länge über Stossbalken: 8’468 mm
Breite: 2’080 mm
Höhe über alles: 2’960 mm
Radstand: 5’100 mm
Taragewicht: 4’970 kg
Sitz-/Stehplätze: 12+1/17
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 1
Hersteller/Typ: Elinta Motors EPM.32.110.D
Spitzenleistung: 190 PS bzw. 140 kW
bei Drehzahl: 1’250 U/min
Übersetzungsverhältnis: k. A.
Batterietyp: Lithium-Ionen (NMC)
Hersteller/Typ: Elinta Motors ESS7
Batteriekapazität: total 126 kWh
Bremsen: hydraulische Zweikreis-Bremsanlage, elektrodynamische Rekuperationsbremse, mechanische Handbremse
Die Busse von Tremonia basierten nach wie vor auf dem Kleintransporter «Sprinter» von Mercedes-Benz. Der City 75 ELECTRIC entsprach mit seiner schlanken Karosserie, dem grosszügigen Niederflurbereich mit einer Einstiegshöhe von 270 mm (kein Kneeling) sowie der Vollklimatisierung grundsätzlich dem Stand der Technik des Jahres 2026. Als elektrifizierte Weiterentwicklung eines banalen Lieferwagens mit Verbrennungsmotor aus den frühen Neunzigerjahren vermochte der neue BLT-Bus mit der Betriebsnummer 21 jedoch keine Massstäbe zu setzen. Mit einer Länge von rund 8,5 Metern war er zudem rund 80 Zentimeter länger als die bisherigen Standard-Kleinbusse der BLT (Mercedes-Benz Sprinter City 65 Nrn. 21–25), was die Handlichkeit in den engen Quartierstrassen nicht gerade verbesserte.
Bei einer Gesamtkapazität von 30 Personen bot der Kleinbus 12 Sitzplätze im hinteren Hochbodenbereich. Der rund 2,5 Meter lange Niederflurbereich hinter dem Fahrerplatz, zugänglich durch eine breite, doppelflüglige Aussenschwenktüre, war für einen Rollstuhl oder einen Kinderwagen gut geeignet. Der zweite, deutlich schmalere Einstieg hinter der luftgefederten Antriebsachse war hingegen nicht barrierefrei und mit einer einflügligen Türe versehen.
Der Elektrobus wurde von drei leistungsstarken NMC-Batteriemodulen à 42 kWh (insgesamt 126 kWh) und einem in der Fahrzeugmitte unterflur angeordneten, 140 kW starken Elektromotor angetrieben. Das integrierte Batteriemanagementsystem ermöglichte eine effiziente Verwaltung der Energiespeicher und eine ständige Überwachung der Reichweite, welche gemäss Herstellerangaben 200 Kilometer betragen sollte. Die Ladung der Antriebsbatterie erfolgte über ein Kabel und mit einer Ladeleistung von bis zu 13,2 kW (AC) bzw. 120 kW (CCS-Schnellladung). Die moderne Sicherheitsausstattung umfasste unter anderem aktive Bremsassistenten, aktive Seitenwindassistenten, aktive Abstandsregeltempomaten sowie Totwinkel- und Fernlichtassistenten.

Grüner Adler statt silberner Mercedes-Stern: Tremonia City 75 ELECTRIC, alles in allem ein umgebauter Kleintransporter von Mercedes-Benz.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Ausschnitt Bild-Nr. 391_4)
Fahrzeugporträt
Tremonia City 75 ELECTRIC Nr. 21
Kennzeichen: BL 227 797
Inbetriebsetzung: 2026
Ausmusterung: –
Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2026 von Dominik Madörin








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