Im Jahre 1996 verschmolz ABB Verkehrstechnik mit den Bahngeschäften des Daimler Benz-Konzerns zur neuen Firma «Adtranz» mit Sitz in DE-Berlin. Das Unwort «Adtranz» stand für «ABB Daimler Benz Transportation GmbH». Das «z» sollte auf «Benz» Bezug nehmen und gleichzeitig auf ein Angebot von «A bis Z» hinweisen. Im Fliesstext wurde der Name stets mit kleinem «d» geschrieben, während im Firmenlogo ein grosses «D» verwendet wurde.
Mit der Fusion entstand damals einer der weltweit grössten Hersteller von Schienenfahrzeugen und Bahntechnik. Zum Unternehmen gehörten zahlreiche traditionsreiche Werke in Deutschland, der Schweiz, Schweden und weiteren europäischen Ländern. Das Produktspektrum reichte von Strassenbahnen, Stadt- und U-Bahn-Fahrzeugen über Reisezugwagen und Lokomotiven bis hin zu Signal- und Antriebstechnik. Auch die ehemaligen ABB-Standorte in der Schweiz wurden Teil des neuen Konzerns.
Durch den Verkauf ihres 50-Prozent-Anteils an den DaimlerChrysler-Konzern zog sich ABB drei Jahre später vom Bahngeschäft vollständig zurück. «Adtranz» stand nun aufgrund der Fusion des Mutterhauses für «DaimlerChrysler Rail Systems GmbH».
So richtig glücklich wurden die Autobauer mit ihrer Bahntochter aber nicht und veräusserten Adtranz im Jahre 2001 an die zum kanadischen Bombardier-Konzern gehörende Bombardier Transportation. Der Markenname «Adtranz» wurde 2008 schliesslich gelöscht.
Obwohl die Marke rasch wieder verschwand, leben zahlreiche ihrer Entwicklungen bis heute weiter. Viele Strassenbahnen, Lokomotiven und Triebzüge aus der Adtranz-Zeit sind noch immer im täglichen Einsatz oder bildeten die technische Grundlage späterer Fahrzeugfamilien von Bombardier Transportation und – seit der Übernahme im Jahr 2021 – Alstom.
Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2026 von Dominik Madörin



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