Vom ersten Basler Dienst-Motorwagen, dem Xe 2/2 511 mit Baujahr 1902, ist kein Typenbild erhalten geblieben. Auf dieser Ausschnittsvergrösserung ist das Fahrzeug rechts neben dem Xe 2/2 512 zu erkennen. Die Aufnahme entstand um 1904 beim Depot Allschwilerstrasse.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen
Den ersten Dienst-Motorwagen bauten die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) selbst in ihrer eigenen Werkstätte. Es handelte sich um den Wasserspreng-Motorwagen Xe 2/2 511, der zur Bekämpfung der Staubplage auf den ungeteerten Strassen eingesetzt wurde. Er kam am 29. Mai 1902 in Betrieb.
Für den Xe 2/2 511, von dem leider kein Typenbild erhalten geblieben ist, fanden vorwiegend Reserveteile der ersten einmotorigen LDo-Wagen Verwendung. Das Untergestell mitsamt Kettenantrieb entsprach somit weitgehend jenem der Ce 2/2 1 bis 26 bzw. 45 bis 49. Auch die elektrische Ausrüstung mit Teilen von Siemens & Halske (S&H) dürfte mehr oder weniger identisch ausgeführt gewesen sein. Der Wagen verfügte über eine Handbremse und eine elektrische Widerstandsbremse; vermutlich war er zudem mit einer Gegenstrombremse ausgestattet.
Auf dem liegenden Wasserkessel war ein Rahmen aufgebaut, der Lyrabügel, Wagenautomat und Blitzschutzvorrichtung aufnahm. Die Widerstände befanden sich unterhalb der Plattformen. Letztere waren weder verglast noch überdacht. An den Stirnseiten war je eine Warnglocke und ein Scheinwerfer angebracht. Die Seitenborde, auf denen «B.St.B.» aufgemalt war, liessen sich herunterklappen. Die Farbgebung war höchstwahrscheinlich grau.
Der Wasserkessel fasste fünf Kubikmeter, was zum Besprengen einer Strecke von zwei bis zweieinhalb Kilometern ausreichte. Druckpumpen fehlten, so dass die seitliche Sprengweite mit sinkendem Wasserstand abnahm. Da zunächst lediglich die Strassenbahngleise befeuchtet werden sollten, betrachtete man diesen Umstand zunächst nicht als nachteilig.
Um Konflikte mit dem zunehmend grösser werdenden Bestand an Dienst-Anhängewagen zu vermeiden, erfolgte 1915 die Umnumerierung in Xe 2/2 591.
Im April 1925 wurde der Wagen ausrangiert und das Untergestell mitsamt Motor als Alteisen verkauft. Für den Wasserkessel hingegen schien man noch Verwendung zu haben.
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Typenbezeichnung: Xe 2/2
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 511 (ab 1915 Nr. 591)
In Betrieb als Dienstwagen: 1902 bis 1925
Mechanischer Teil: B.St.B.
Elektrische Ausrüstung: S&H
Anschaffungskosten: CHF 7’100.–
Länge über alles: 6’740 mm
Grösste feste Breite: 2’000 mm
Grösste feste Höhe: 3’900 mm
Radsatzabstand: 1’515 mm
Radsatzfolge: B
Dienstgewicht: 5’000 kg
Lastgrenze: 5’000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 1
Hersteller/Typ: S&H LDo
Nennleistung: 1 x 15 PS bzw. 1 x 11 kW
Übersetzungsverhältnis: 1:3,7
Bremsen: elektrische Widerstandsbremse, Handbremse
Fahrzeugporträt
Xe 2/2 511
→ ab 1915 Xe 2/2 591
Inbetriebsetzung: 29.05.1902
Ausmusterung: 04.1925
Verbleib: Abbruch
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 11. Oktober 2026 von Dominik Madörin

















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