Die Schweizerische Wagonsfabrik Schlieren A.G. (SWS) lieferte den Xe 2/2 513 in silbergrauer Farbe aus (vermutlich mit Aluminiumpulver-Suspension «Aluminiumbronze» gestrichen). Ähnliche Sprengwagen konnte die Schlieremer Waggonfabrik auch an andere Strassenbahnbetriebe in der Schweiz verkaufen. Zwischen den Achsen ist die seitliche Brause gut erkennbar.
© B.St.B. (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)
Verschiedene Umstände führten 1912 zur Anschaffung eines dritten Wasserspreng-Motorwagens durch die Basler Strassenbahnen (B.St.B.). Einerseits gaben die beiden bereits vorhandenen Sprengwagen Xe 2/2 511 und Xe 2/2 512 oft zu Reparaturen Anlass. Andererseits war die Kapazität deren Wasserkessel mit fünf Kubikmetern zu knapp bemessen. Um Leerfahrten zu vermeiden, mussten Nachfüllungen auf der Strecke vorgenommen werden, was mit dem zunehmend dichteren Strassenbahnverkehr immer schwieriger wurde. Ebenso beanstandete die zuständige Bauabteilung der B.St.B. die fehlenden Druckpumpen und die unzureichenden Bremsausrüstungen.
Für den neuen Wassersprengwagen holten die B.St.B. bei der Schweizerischen Wagonsfabrik Schlieren A.G. (SWS) zwei Offerten ein, nämlich eine für einen zweiachsigen Wagen mit acht Kubikmeter Fassungsvermögen sowie eine für einen Drehgestellwagen mit einem Zwölf-Kubikmeter-Kessel. Aufgrund des erheblichen Gewichts des Drehgestellwagens bei vollem Behälter entschieden sich die B.St.B. schliesslich für den Zweiachser. Dessen Anschaffung wurde im Februar 1911 vom Regierungsrat genehmigt, so dass das Fahrzeug im April desselben Jahres in Auftrag gegeben werden konnte. Die offizielle Inbetriebsetzung des als Xe 2/2 513 bezeichneten Fahrzeugs fiel auf den 17. April 1912.
Beim Xe 2/2 513 handelte es sich um einen der wenigen Basler Dienst-Motorwagen, der von der Industrie geliefert worden war und nicht durch Umbau eines Personen-Motorwagens entstand. Die Plattformen des gefälligen, ganz in silbergrau gehaltenen Fahrzeugs waren zum Schutz des Personals vor Sonne und Regen überdacht, jedoch nicht verglast.
Der liegende Wasserkessel liess sich von beiden Seiten befüllen; der Wasserstand konnte anhand von Zeigern abgelesen werden. Die Wassersprengvorrichtung bestand aus zwei sich in der Wagenmitte befindenden Brausen zum seitlichen Spritzen und je einer Brause unter den Plattformen für die Benetzung des Gleiskörpers. Ein Druckwerk erlaubte eine Sprengweite von 15 Metern bei beidseitigem und von acht bis zehn Metern bei einseitigem Spritzen. Die Kreiselpumpe wurde von einem Nebenschlussmotor mit einer Leistung von 3,5 PS ab Fahrleitung betrieben.
Das Untergestell setzte sich aus einem starken, geschlossenen Rahmen aus Profileisen zusammen, welcher auf zwei Radsätzen mit Aussenlagern, Achshaltern und Blattfedern ruhte. Um das bei gefülltem Kessel immerhin knapp zwanzig Tonnen wiegende Fahrzeug sicher anhalten und auch Strecken mit grossem Gefälle befahren zu können, wurde eine Magnetschienenbremse eingebaut. Die elektrische Ausrüstung der Electrizitäts-Gesellschaft Alioth & Co. im nahen Münchenstein entsprach jener der Personen-Motorwagen Ce 2/2 138 bis 151.
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Typenbezeichnung: Xe 2/2
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 513 (ab 1915 Nr. 593, ab 1947 Nr. 2020)
In Betrieb als Dienstwagen: 1912 bis 1976
Mechanischer Teil: SWS
Elektrische Ausrüstung: EGA
Anschaffungskosten: CHF 18’100.–
Länge über alles: 6’760 mm
Grösste feste Breite: 2’000 mm
Grösste feste Höhe: 3’700 mm
Radsatzabstand: 2’200 mm
Radsatzfolge: Bo
Dienstgewicht: 10’800 kg
Lastgrenze: 8’000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 2
Hersteller/Typ: EGA GTM 25a
Nennleistung: 2 x 33 PS bzw. 2 x 24 kW
Übersetzungsverhältnis: 1:4,9
Bremsen: elektrische Widerstandsbremse, Magnetschienenbremse, Handbremse
Die fortschreitende Pflästerung der Strassen sowie die Tatsache, dass das Basler Baudepartement inzwischen auch die Strassen mit Tramgleisen bewässerte, veranlassten die B.St.B., den ab 1915 als Nr. 593 geführten Wasserspreng-Motorwagen durch die SWS zu einem Materialtransport- und Schneefegewagen umbauen zu lassen. Die 1931–32 durchgeführten Arbeiten umfassten im Wesentlichen die Entfernung des Wasserkessels, so dass in der Wagenmitte überdachte und beleuchtete Ladefläche entstand. Unter den Plattformen brachte man Einseiten-Schneepflüge mit Stahlbürstenunterkanten an, die mittels Spindeln von den Führerständen aus angehoben werden konnten. Durch die Umbaumassnahmen reduzierte sich das Dienstgewicht auf 9’800 kg. In diesem Zustand diente der ab 1947 als Xe 2/2 2020 bezeichnete Wagen noch bis 1976.

Ein völlig anderes Aussehen erhielt der nunmehrige Xe 2/2 593 nach dem Umbau von 1931–1932. Der Stromabnehmer fehlt noch.
© Werkaufnahme SWS (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)
Spätere Änderungen (Auswahl):
- 1918: Einbau von Hilftragfedern
- 1928–29: Stirnwandverglasung
- 1934: Neue Motoren BBC GTM 3a (2 x 53 PS bzw. 2 x 39 kW)
- 1935: Ersatz des Lyrabügels durch einen Pantographen
- 1955: Richtungsblinker
- 1958 (?): Neuanstrich Oxydrot
- 1967: Neue Motoren BBC GTM 3i (2 x 66 PS bzw. 2 x 49 kW)
- 1968: Neue Fahrschalter BBC PN
Fahrzeugporträt
Xe 2/2 513
→ ab 1915 Xe 2/2 593, ab 1947 Xe 2/2 2020
Inbetriebsetzung: 17.04.1912
Ausmusterung: 07.05.1976
Verbleib: Abbruch (Thommen, Kaiseraugst)
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 11. Oktober 2026 von Dominik Madörin

















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